
Zuversicht als Lebensmotto
Einblicke in das Leben
des schwäbischen Lyrikers Cäsar Flaischlen.
Dr. Cäsar Otto Hugo Flaischlen war Anfang des 20. Jahrhunderts ein bekannter Lyriker und Mundartdichter, heute würde man ihn vielleicht als Bestseller-Autor bezeichnen.
Die Auflagen seiner Werke umfassten teilweise weit über hunderttausend Exemplare. >>> Vita
Herzlich willkommen...
... auf meiner Seite über Cäsar Flaischlen, einem Verwandten aus der Flaischlenschen Linie meiner Familie.
Als ich erstmals, am 13. Mai 2002 ein antiquarisches Bändchen mit seinen Gedichten in der Hand hielt, war ich sofort fasziniert von seiner altmodisch-vornehmen Sprache, seiner hoffnungsvollen Haltung zum Leben und ganz besonders auch von seinem persönlichen, interessanten >>> Umfeld. Über die Jahre hinweg habe ich immer mehr über sein Leben zusammengetragen. Vielleicht haben Sie als LeserIn auch Freude daran; wir brauchen in diesen Zeiten alle etwas Zuversicht.
Für die redaktionelle Unterstützung bedanke ich mich recht herzlich bei Boris Eggers / Berlin, Wolfgang Kunzfeld / Ingelfingen, Familie Wolf / Merzhausen, Familie Dürr / Reutlingen und Susanne Wirth vom Reclam-Verlag. Ein Dankeschön für besondere Hinweise auch an Roland Schopp / Zell am Harmersbach und Dr. Claudius Härpfer / Frankfurt.
Brigitte Abt-Harrer
Rottenburg a.N., im Oktober 2026
„Und wenn auch nur ein Samenkorn aufgeht,
so habe ich nicht umsonst gelebt.“
Cäsar Flaischlen

Hab Sonne im Herzen...
Flaischlens bekanntestes Gedicht hat bis in unsere heutige Zeit überdauert:
Hab Sonne im Herzen entstand wohl 1894 auf sonnigen Frühlingswanderungen*. Veröffentlicht wurde das Gedicht erstmals im Programmheft der „Neuen Klause“ (Verein zur Pflege Deutscher Dichtung). Noch lange bevor die Gesundheitspsychologie die Kraft des „positiven Denkens“ als heilende Kraft beschrieb, formulierte Cäsar Flaischlen im Sonnengedicht die Zuversicht als sein Lebensmotto. >>> Deutsche Version und Übersetzungen

„Hab Sonne im Herzen“ wurde schnell zum geflügelten Wort und in mehrere Sprachen übersetzt (dänisch, englisch, türkisch, japanisch), oft nach der Melodie „Der Mai ist gekommen“ gesungen, aber auch in weiteren zahlreichen Versionen vertont (z.B. von Werner Altmann, Walter Röthig, St. Stern, C. Kraut, Carl Frey, Arthur Hennicken u.a.).
In der Türkei landete die Gruppe Kızılırmak mit der türkischen Übersetzung „Günesin olsun gönlünde“ einen Hit, in der Chormusik und - ganz krass - sogar in der Punkmusik fand das Sonnengedicht Anklang. Anfang der 50er Jahre wurde ein Film mit dem Titel Hab‘ Sonne im Herzen mit Liselotte Pulver gedreht.
Ein Denkmal hat der große Alfred Döblin unserem Cäsar Flaischlen 1929 gesetzt: Nicht in einer beiläufigen Notiz hat Döblin Flaischlens Sonnengedicht gedacht, sondern in seinem epochalen Roman „Berlin Alexanderplatz“( A. Döblin, Berlin Alexanderplatz, dtv-Ausgabe, Seite 406):
„Und als ein fliegender Buchhändler eines Tages bei schauerlichem Regenwetter auf der Straße stand und über seine Einnahmen wetterte, trat Cäsar Flaischlen an den Bücherkarren.
Er hörte sich das Gewettere ruhig an, dann klopfte er dem Mann auf beide nassen Schultern und sagte: Lass das Gewettere, hab Sonne im Herzen, so tröstete er ihn und verschwand.“
*Quelle: Emmy Rotth, Erinnerungen an Cäsar Flaischlen, Seite 46: „In den sonnigen Frühlingswanderungen durch den Tiergarten und den Grunewald entkeimten auch die ‚Rondos in Prosa‘, ‚Trag Rosen‘, ‚Zwischen Sommer und Herbst‘, ‚Der Hof‘, ‚Auch wir werden alt werden Hanni‘ … sowie die symbolische Morgenwanderung‘ und die besten ‚Singelieder‘, von denen schon einige Volkslieder geworden sind, wie z.B. das wohl schon zwanzigmal komponierte ‚Hab Sonne im Herzen‘, das ein Geburtstagsgruß an mich ist.“
